Es ist einfach unglaublich wie viel Müdigkeit ein Mensch entwickeln kann! Nach geschlagenen 2 1/2 Stunden Vorlesung, beziehungsweise Übung in technischer Mechanik, haben sich die von mir angenommenen Grenzen jedenfalls nach oben verschoben!
Das liegt garnicht mal so sehr am Thema – ich bin ja dankbar, wenn man mir Matritzenrechnung, Tupel, den Gauß-Algorithmus und Vektorenrechnung auf Sonderschul-Niveau zu erklären versucht, nur reicht es irgendwann einfach!
„Ihr sollt ein Gleichungssystem aufstellen: Eine Katze kostet eine Mark(!), vier Mäuse Kosten auch eine Mark, und ein Hund kostet 15 Mark. Ihr wollt genau 100 Tiere für 100 Mark kaufen! Und denkt daran, ihr könnt keine Viertel- oder Achteltiere kaufen!“
Blödsinn! Wo ich heute noch ne’ Katze für eine Mark bekomme, kann ich bestimmt auch ne’ halbe kaufen…
Leider war unser „echter“ Dozent – so wie die letzten drei Male auch – verhindert, so dass sein Assistent, Naser Al Natsheh (auch liebevoll „Natcho“ oder „Chevapcici“ genannt) die Vorlesungszeiten mit Übungen überbrücken musste. Für die erste Beispielaufgabe ist man dankbar, denn durch sie lernt man noch etwas. Bei der zweiten denkt man dann „es reicht“ und spätestens bei der dritten beschäftigt man sich sowieso anderweitig.
Zum Beispiel mit der Idee, einfach drei bis vier Mäuse mehr zu kaufen, die man dann von den Katzen fressen lässt! Einer der zweieinhalb Stubentiger hat bestimmt Hunger!
Nicht mal Flieger kann man schmeißen, da der Assi vom Prof die Klausuren stellt, und leider als rachsüchtig verschrien ist…
So waren ich und meine Sitznachbarin Carina dann irgendwann damit beschäftigt, nach einer möglichst bequemen Schlafposition zu suchen, die es uns gleichzeitig erlaubte den zarten „Rage Against the Machine“-Klängen meines (achtung, Schleichwerbung) iPods zu lauschen.
Die geballte Spannung in TM wurde nur von einer Werkstoffkunde-Vorlesung im selben Raum unterbrochen – nach den ersten zwei Minuten kam mir irgendetwas anders vor als sonst. Langsam dämmerte mir dann, dass unser Dozent die Zusammenfassung der letzten Stunden auf englisch hielt…
Irgendwie ein Uni-Tag zum vergessen, ich werde jetzt mal meine Abneigung überwinden und die Beispielaufgabe von heute nochmal durcharbeiten – Und Freitag geht’s dann weiter mit „Nacho-, Nacho-man…“



November 15, 2006 um 9:29
Ach ja, man kann sich das nicht ohne ein resigniertes und doch vielsagendes Lächeln im Gesicht durchlesen! Besonders wenn man nun ein weiteres Mal die Bestättigung hat, dass Uni gleich Uni und Vorlesung gleich Vorlesung, ganz zu schweigen von komischer Prof gleich komischer Prof ist, und das alles überall, an allen Unis und in allen Fächern! Nun , das ist nun mal so und daran wird man sich ja auch gewöhnen, denn schließlich wollte man es so und irgendwie will man die Zeit auch nicht missen!
Durchhalten und weitermachen! Liebe Grüße vom Arsch der Welt (wahlweise Itzehoe oder Hamburger Uni)
Deine Lara
November 15, 2006 um 11:06
Vielen Dank! Ob mich das jetzt wirklich beruhigt, überlege ich mir noch! Aber schön zu wissen, dass ich auch von rumänischen Uni-Hamburg-Studenten, die am „Arsch der Welt“ Wohnen verstanden werde…