Gestern war die ultimativ letzte Möglichkeit für die Erstsemester der Braunschweiger Unis umsonst ins Joker zu kommen. Denn diese Aktion beschränkte sich immer auf den „Nice-Price-Dienstag“, gestern war leider der letzte Dienstag des ersten Semesters.
Also: Pflichterfüllung! Rasmus und Ole trabten als erste bei mir an, im Gepäck zwei Liter Wodka und viereinhalb Liter Energy-Drink. (Gott, mir wird immer noch schlecht wenn ich das schreibe…)
Rasmus hatte sich offensichtlich zum Ziel gesetzt, das Mischungsverhältnis so abzustimmen, dass Wodka und Energy gleichzeitig leer werden. Resultat: Drinks mit einem derart hohen Alkoholgehalt, sie hätten auch eine Boeing 747 antreiben können. Nicht schön, schon mal gar nicht lecker. Da Ole und ich im Gegensatz zu unserem dänischen Rennwiesel allerdings noch so etwas wie funktionierende Geschmacksknospen haben, besserten wir etwas nach.
Es entwickelte sich irgendwann die Theorie, dass der Körper eines Dänen quasi serienmäßig auf einen gewissen Frostschutz-Anteil ausgelegt ist. In Anbetracht von Rasmus’ scheinbar unzerstörbaren Magenschleimhäuten eine nicht ganz abwegige Idee!
Nach und nach wurde unsere Runde erweitert, erst durch Jutta, dann durch Isabel, Simon und Olaf. Gar nicht mal so dumm: Die E-Techniker betreten das Revier der Maschinenbauer erst, als diese schon fast eine ganze ein-Liter-Flasche Moskovskaya geleert haben und dementsprechen friedlich sind. Rafinierte Biester, die E-Techniker…
Naja, wie auch immer. Mit Den eben erwähnten Fremd-Fakultäts-Gästen erhielten auch ein paar Bier einzug, nach der Rasmusschen BrennspiritusWodka-Mische quasi „mein Mineralwasser“
Versuche von Rasmus und mir, die versammelte Mannschaft mit der hier erwähnten Asi-Playlist zu beglücken wurden von der noch relativ nüchternen Jutta vereitelt. Danke, Jutta. Mach doch deine eigene Party… Naja, Rasmus Vorstellung von gelungener musikalischer Untermalung eines Abends war echt nicht so das wahre – „Barbie Girl“ entsprach echt nicht dem Geschmack der Massen… Die Reaktionen seiner Umwelt und seine genialen pro-Aqua-Argumente hat Olaf netterweise für uns gefilmt:
Und jaaa, so freundlich bin ich immer zu ihm. Er braucht das. Ganz ehrlich. Irgendwann drangen wir dann auch echt noch ins Joker vor, wobei Rasmus nur durch ein Wunder die ersten Meter des Weges überlebt hat. Denn er machte sich (aus irgendwelchen, unerfindlichen Gründen) zur Aufgabe, möglichst viel Treppenstufen auf ein Mal runterzuspringen. Was a) sicherlich meine Nachbarn nicht unbedingt erfreut hat, denn ich wohne unterm Dach, es sind VIELE Stufen und b) beim Layout meiner Treppe (die Stufen sind ungefähr 35cm hoch und 12cm breit) generell nicht so empfehlenswert ist.
Ich präsentierte vor der Tür dann noch kurz, wie einfach es ist die Alarmanlage eines geparkten Golfs auszulösen, dann ging es auch los! Die nun folgenden Erinnerungen spielen sich in einem sehr vernebelten Areal meines Hirns ab. Ich weiß noch einiges, das ich lieber vergessen würde. Dafür fehlt mir einiges, das ich gern wüsste!
Zum Beispiel: Wen hab ich da alles getroffen? Was habe ich wem erzählt? Warum habe ich den und den angerufen und was zum Teufel habe ich während des Telefonats gesagt? All solche Sachen halt.
Irgendwann so gegen vier, als nicht nur meine Lampen hell erleuchtet waren sondern auch im Joker das Licht wieder an ging, machte ich mich auf meinen mysteriösen Heimweg. Mysteriös nicht nur, weil ich mich nicht an ihn erinnere, mysteriös auch weil ich heute Morgen in meiner Spüle einen Sektkühler aus dem Joker gefunden habe und KEINE, aber wirklich KEINE Ahnung habe, wie der da hin gekommen ist!
Und jetzt komm’ mir nicht mit: „Den hast du wohl geklaut“ – das ist mir auch klar. Aber wie schafft man eine unterarmhohen Sektkühler an den Türstehern vorbei? Das klappt garantiert nicht nüchtern…
Vielleicht schmeiß ich das Ding nachher beim Joker übern Zaun!
Verfasst von Christoph
Verfasst von Christoph
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