Der Mackenbaum

Pipollina attackiert mich – warum auch immer – mit einem neuen Stöckchen, das sogenannte „Macken-Stöckchen“. Ich soll hier also meine Schwachpunkte (sagen wir: die mir bekannten) vor internationalem Publikum ausbreiten…

Da fällt mir natürlich wenig ein was ich lieber täte, also auf ins Gefecht!

Meine schlimmste Macke:
Das wäre dann wohl Arroganz. Ein mich ständig begleitendes Überlegenheitsgefühl – nicht unbedingt gegenüber meinen Freunden, aber gegenüber einer Menge Menschen im Alltag: Verkäufer, Kellner, die Skater in der Fußgängerzone… Ich kann es nicht unterdrücken, ständig fühle ich mich (und oftmals bestimmt zu Unrecht) um Welten überlegen.

Meine zweitschlimmste Macke:
Selbstüberschätzung. Ständig, ist aber schon viel besser geworden. Leider mit meinen 21 Jahren trotzdem noch zu present, um als pubertäre Phase abgeheftet zu werden. Gipfelte in einigen Knochenbrüchen und Blechschäden und ist besonders mit Blick auf das just gekauften Motorrad bestimmt noch für die ein oder andere Überraschung gut. Besonders gut zu genießen in Kombination mit Arroganz: „Wenn ich so viel gelernt hätte wie der Idiot, der eh keine Freunde hat und aus dem nie was wird, hätte ich auch ein einser-Abi gemacht!“

Meine potential peinlichste Macke:
Wenn ich betrunken bin umarme ich alles und jeden und fotografiere mich dabei, bzw. Lasse mich dabei ablichten. Es gibt Fotos mit Statuen, Laternenpfählen – alles. Aber da Bilder mehr als Worte sagen, den Höhepunkt der Peinlichkeiten habe ich wohl hier erreicht!

Meine fast vergessene und doch immer wieder erinnerte Macke:
Ein total miserables Selbstwertgefühl mit sich rumschleppen. Muss ich mir irgendwann in der fetten, fast Freundschaftsfreien und familiär mehr als problematischen Phase zwischen meinem 12. und 14. Lebensjahr angewöhnt haben. Und obwohl sich eigentlich alles gebessert hat (Der Bauch ist weg, Freunde hab’ ich, die Familie spinnt entweder nicht mehr so wie früher oder ist mir inzwischen relativ egal) falle ich ab und zu in dieses Anti-Selbstbewusstsein zurück, plage mich dann aber nicht lange damit rum. Nicht zuletzt auch, weil oben genannte Freunde mich da schon immer wieder zuverlässig von abhalten!

Meine unglaublichste Macke:
Ich neige fast dazu „siehe oben“ zu schreiben, weil wohl die wenigsten Leute, die mich nur im Alltag erleben mir diese Unsicherheit anmerken würden… Aber das wäre unkreativ. Hm, mal überlegen… Ich gieße meine Pflanzen nur bei Regen. Eigentlich, weil ich nur bei „Wasser, dass vom Himmel fällt“ daran denke es zu tun (was den sommerlichen Exitus meines Efeus hinreichend erklären würde) aber: Ich kann ja einfach mal so tun, als wäre es Absicht. So nach dem Motto: Ich versuche die Realität der Natur nachzuahmen. Und zack, schon ist es eine Macke.

Meine kränkste Macke:
Ich glaub da gibt’s jetzt echt nichts. Vielleicht ist ja die Tatsache, dass mir keine kranke Macke einfällt eine kranke Macke? Wer weiß. Wenn ich „kranke Macke“ mit „frühere Macke“ kombinieren darf: Es gab mal eine Phase in meiner Kindheit, in der ich immer bemüht war nicht auf die Fugen zwischen Fliesen oder Gehwegplatten zu treten. DAS war mal eine kranke Macke! Aber auch die verschwand irgendwann.

Meine aktuellste Macke:
Faulheit. Dinge Aufschieben. Ständig und überall. Lernen, Briefe abschicken, Aufräumen: „Nööööö, später!“ Ich bekomme noch 450€ Kindergeld nachgezahlt, weil ich es immer verschleppt habe beim Arbeitsamt anzurufen, ein Brief von der GEZ liegt seit acht Wochen ungeöffnet auf meinem Schreibtisch und das mit dem Lernen… Naja, wer hier regelmäßig liest, weiß ja bescheid!

Meine phasenweise Macke:
Das nächste „Siehe Oben“, na wie toll. Na gut, ich denke nach. Okay, ich unterbreche meinen an sich guten Musikgeschmack mindestens zwei Mal im Jahr mit einer Black und R&B-Phase, ist mir selbst peinlich genug um das hier als „Macke“ aufzulisten. Habt aber Erbarmen mit mir, ich sperre mich dafür in meine Wohnung ein und verschone meine Umwelt damit. Und danach kann ich „meine“ Musik umso besser genießen, vielleicht ist das der Grund – man weiß es nicht! (Damit sind’s jetzt schon mal fünf Freunde weniger ;) )

Meine nützlichste Macke:
Dickköpfigkeit und stark eingeschränkter Respekt. Kann im privaten zu Problemen führen, aber ich kriege was ich will. Ob Polizisten bei Verkehrskontrollen, Verkäufer bei Preisverhandlungen oder Mechaniker bei einer Reperatur – verarschen lasse ich mich nicht, so viel steht fest. Und meistens funktioniert diese „forsche“ oder „freche“ Art auch gut! Zumindest wenn die ersten beiden Macken dabei nicht zu deutlich in Erscheinung treten… :P

Meine Lieblingsmacke:
Das Fußgängerdasein. Nicht nur durch das Fehlen eines Fahrrads bedingt, ich latsche einfach gern viel durch die Gegend. Vier Kilometer von der Uni nach hause durch die Stadt? Kein Ding! Man sieht was von der Welt (all die Menschen, denen man sich so schön überlegen fühlen kann und so), hat Zeit sich über dieses oder jenes Gedanken zu machen – doch, definitiv, meine Lieblingsmacke!

Geschafft. Gar nicht so einfach sich mit den eigenen Macken auseinander zu setzen, aber doch nicht schlecht… Zumindest hat man da erstmal eine Liste zum Abarbeiten… In alter Bloggertradition wird vierfach weitergeschmissen. Okay:

Jenni, der Neublogger Benny und die Schürig-Twins. Beide!

4 Antworten zu „Der Mackenbaum“

  1. Jenni sagt:

    Du bist gemein… Als wenn dir meine Macken nicht hinlanglich bekannt wären :) Aber wenigstens bin ich jetzt nicht mit Benny im Krieg… Man bin ich beruhigt ;)

  2. pipollina sagt:

    Guter Titel, gefällt mir! Ich habe hin und wieder deine Kommentare gelesen und war einfach sehr neugierig, welche Macken du dir zuschreiben würdest. Danke für die gar-nicht-so-arroganten Antworten.
    Ich lasse mich hier wieder blicken, und keine Sorge: ich werfe nicht immer Bäume! :-D

  3. diejule sagt:

    oh.. wat ich könnte nicht zwischen „peinlicher macke, kranke macke und vergesene und aktuelle macke“ unterscheiden..

  4. August Macke sagt:

    Wer so viele Macken hat sollte sich meinen Namen zulegen :-)

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