Ich weiß, nach einem Jahr Abstinenz ist dieser Wieder-Einstiegs-Beitrag in die Welt des Bloggens nicht unbedingt der Schönste. Und er bietet sich auch nicht für „Hey, cool mal wieder was von dir zu lesen“-Kommentare an. Dennoch ist er nötig, denn seit sehr langer Zeit ist er der erste, der mir nahe geht und den ich als wirklich wichtig empfinde.
Gestern auf der Arbeit erfuhr ich von einer Kollegin, dass zwei gute Bekannte von uns („uns“ ist das Hein Gericke-Team aus Braunschweig) am letzten Samstag, den 11.10.2008, in Clausthal-Zellerfeld auf dem Motorrad tödlich verunglückt sind.
Beide starben unschuldig und als Opfer eines unaufmerksamen Autofahrers, der die von vorne(!) auf ihn zukommende Kawasaki ZX10R beim Linksabbiegen übersehen hat. Die Goslarsche Zeitung schreibt dazu Folgendes:
CLAUSTHAL-ZELLERFELD. Ein schwerer Verkehrsunfall mit tragischem Ausgang überschattete am Samstag den regen Ausflugsverkehr im Oberharz. In Zellerfeld starben dabei ein Motorradfahrer und seine Sozia.
Der tödliche Unfall ereignete sich gegen 16.40 Uhr auf der Schulenberger Landstraße, kurz hinter der Aral-Tankstelle.
Nach Angaben des Polizeikommissariats Oberharz hatte ein 49 Jahre alter Mann aus Hardegsen mit seinem VW Golf die Straße in Richtung Schulenberg befahren und nach links in den Sonnenweg einbiegen wollen. Dabei übersah er ein entgegenkommendes Motorrad. Dessen 35-jährigen Fahrer aus Bad Gandersheim konnte nicht mehr ausweichen und prallte mit seiner Kawasaki seitlich auf das Auto. Der Motorradfahrer war auf der Stelle tot.
Die Besatzungen von Rettungsfahrzeugen und des Rettungshubschrauber aus Göttingen kämpften um das Leben der Sozia, die kurz vor dem Abtransport einen Herzstillstand erlitt. Doch auch sie erlag ihren schweren Verletzungen. Da sie keinerlei Papiere bei sich hatte, konnte ihre Identität bis zum Sonntag nicht festgestellt werden.
Der Autofahrer und seine Beifahrerin erlitten einen Schock. Nach bisherigen Ermittlungen und ersten gutachterlichen Aussagen geht die Polizei nicht von einer überhöhten Geschwindigkeit des Motorrads aus.
Für Fassungslosigkeit am Rande sorgte das Verhalten von Schau- und Sensationslustigen. „Die Rettungskräfte und Polizeibeamten wurden bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten massiv behindert“, heißt es im Polizeibericht. „Anordnungen wurden nicht befolgt und Absperrungen missachtet.“
Rada, die besagte Sozia, hinterlässt zu allem Überfluss eine elfjährige Tochter. Bei dieser sind im Moment alle unsere Gedanken, denn sie wird es von allen am allerschwersten haben.
Die eigentliche Perversion an der Geschichte ist ja, dass es so viele Idioten gibt, die es nur darauf anlegen zu Tode zu kommen. Und dann erwischt es die beiden. Mit 50km/h. Im Stadtverkehr. Das ist einfach unfair.
Es gibt keine Worte, die eine derartige Situation ausreichend beschreiben. Und es gibt keine, in denen man wirklich Trost finden kann. Wir alle schwanken noch zwischen Trauer, Wut, Fassungslosigkeit und – was am schlimmsten ist – Hilflosigkeit.
Rada und Christian, wir werden euch nicht vergessen. Für uns werdet ihr ewig leben!
Stellvertretend für das gesamte Hein Gericke-Team aus Braunschweig und unsere Angehörigen,
Christoph




Oktober 14, 2008 um 2:09
Oh man, ist sowas scheiße… Lieder erwischte es meistens die falschen und die unbeteiligten. Da weiß amn wirklich gar nicht mehr was man sagen soll. Außer, dass man da große Bedürfnis hat, allen das Beileid auszudrücken.
Es tut mir leid.
Oktober 14, 2008 um 6:02
Das habt ihr sehr schön geschrieben- mir kamen grad die Tränen…
Ich kenne Christian schon lange und kann euch nur Recht geben- ein feiner Bengel, herzensgut…er hat es einfach nicht verdient…und ich spreche hier für alle seine Freunde aus Bad Gandersheim und Umgebung:
WIR WERDEN DICH NICHT VERGESSEN!
Mein Beileid gilt seiner Familie und natürlich auch der von Rada….
Rest in Peace…
Oktober 15, 2008 um 1:27
Hallo,
ich wollte ebenfalls mein beileid bekunden da wir die Harzrecken Christian auch kannten.
doch ich Persönlich möchte meine Fassungslosigkeit hier mal kundtuen über das verhalten der Bundesrepublik deutschland die alte menschen auf Öffentlichen strassen fahren lässt. ES KANN NICHT SEIN. das wie schon oben bemerkt die raser davon kommen und die die sich an die geschwindigkeit halten von einem ALTEN SENIELEN Greis auf´s korn genommen werden……
Rada und Christian ich hoffe das dort wo ihr jetzt seit eure eigene Route 66 habt …
Oktober 15, 2008 um 3:16
@ Tobias:
Kaum jemand versteht deine Wut besser als ich, denn mir geht’s im Grunde nicht ganz anders. Allerdings war der Fahrer keine 50 Jahre alt, ein „seniler Greis“ war er damit noch nicht… Leider macht diese Tatsache alles nur schwerer. Denn für mich ist es umso unbegreiflicher, dass er die beiden nicht gesehen hat!
Ich will seine Schuld und Verantwortung hier nicht kleinreden, aber so oder so: Er ist mit Sicherheit gestraft. Ich wollte jedenfalls nicht in seiner Haut stecken!
@ Krauli:
Danke für deine Worte. Leider hatte ich kaum Zeit Christian wirklich kennenzulernen, er hat uns einmal auf einer 500km-Ausfahrt begleitet und später noch den Geburtstag eines Freundes mit uns gefeiert! Auf jeden Fall machte er den Eindruck, ein absolut korrekter Typ zu sein! Euch und seiner Familie wünsche ich die nötige Kraft um diese Situation zu meistern!
@ Jenni:
Danke für die Anteilnahme! Du hast Recht, es ist unfair. Verdammt unfair sogar!
Oktober 15, 2008 um 7:33
Hallo zusammen,
ich habe diesen Blog entdeckt, weil ich leider persöhnlich Zeuge der Rettungsmaßnahmen wurde. Da wir nicht ohne größeren Umweg an dieser
Straße vorbei gekommen wären, entschlossen wir uns, abseits der Unfallstelle
zu warten. Es war eine unwirkliche Szenerie, wie Anwohner aus dem Fenster glotzten
und Kinder keine 10 Meter entfernt im Gras saßen und dieser Szenerie zuschauten.
Erst hatte ich nicht bemerkt, dass ein Motorrad am Unfall beteiligt war. Als ich aus einiger Entfernung das Motorrad und die Rettungssanitäter sah, traf es mich wie ein
Schlag. Als dann klar wurde, dass Christian es nicht geschafft hatte, wurde es uns zu
viel und wir entschlossen uns, sofort zu fahren. Dieses Unglück ruft einem schmerzlich ins Gedächtnis, wie schnell es doch gehen kann. Die Frage, ob es denn wenigstens
die Sozia geschafft habe, ließ mich nicht los. Jetzt diesen Blog zu lesen und zu erfahren, dass es für beide so enden musste, macht diese Sache umso schlimmer.
Am nächsten Tag waren wir dann am Kyffhäuser unterwegs und sahen so viele
hirnverbrannte, die ohne Rücksicht auf sich oder andere gefahren sind, als wären
sie auf der Rennstrecke. Da frage ich mich auch, warum passiert so etwas denen,
die das überhaupt nicht verdient haben und andere bleiben ungestraft.
Auch wenn ich die beiden nicht kannte,
möchte auch ich hier dem HG-Team und der Familie
mein tiefstes Beileid aussprechen.
Oktober 15, 2008 um 7:50
Mein tiefstes beileid an alle die Rada und Christian kannten. Es ist schrecklich was da passiert ist. Der ( alte Greis) leidet bestimmt genug, trotzdem ist es unbegreiflich das er die beiden nicht gesehen hat. Ich wünsche allen die Rada und Christian kannten genug Kraft das durch zu stehen, denn das schwerste kommt noch, der endgültige abschied (die Beerdigung)
Oktober 19, 2008 um 12:13
Ich kenne die beiden nicht persönlich nur von Erzählungen. Mein tiefstes Mitgefühl für alle die die beiden kannten. Aber vor allem der kleinen Tochter die jetzt ohne Mama ihr Leben weiter führen muss. Es ist sehr tragisch und an dieser Stelle frag ich mich immer ob ich noch fahren soll. Du kannst noch so erfahren sein, meistens sind ja die anderen Schuld. Der Schuldige an dieser Sache wird sicher seines Lebens nicht mehr froh und ist sicher genug gestraft. Dennoch fragt man sich wohin hat er geschaut ? Und warum bei der Geschwindigkeit ? Warum müssen immer Unschludige gehen ?
Mögen die zwei in Frieden ruhen und die hinterbliebenen Ihr Leben wieder in den Griff kriegen
Oktober 20, 2008 um 6:42
Mein tiefstes Beileid an die Familie von Rada und Christian.Ich kannte Rada zwar erst seit kurzem und doch habe sie als einen sehr herzlichen,fröhlichen,offenen und besonderen Menschen kennengelernt.Ich war sehr betroffen und erschüttert von der Nachricht über deinen Tod.Gerne hätte ich dich näher kennengelernt und mit dir deinen 40 Geburtstag gefeiert.Ich werde dich als etwas ganz „Besonderes“ in Erinnerung behalten.Möge es dir und Christian in eurem neuen Leben gut gehen.
Oktober 22, 2008 um 10:53
Ich kannte Rada schon einige Jahre und habe sehr viel mit ihr erlebt, Weihnachten, Silvester Geburtstage, Himmelfahrt, wir haben sehr viel zusammen unternommen. Sie war die Freundin meines Schwagers und gehörte praktisch zur Familie. Es ist für mich und unsere Familie einfach unbegreiflich was passiert ist und wir sind immernoch fassungslos.
Es ist so schlimm wenn ein kurzer Augenblick ein so junges Leben beendet und das Leben der Hinterbliebenen so schmerzlich verändert. Es tut einfach so unglaublich weh, unsere Gedanken sind auch bei Janine, die mit elf Jahren Ihre Mama verloren hat!
Ich empfinde für den Autofahrer keine Wut, ich denke es ist eine große Bürde mit dieser Schuld leben zu müssen und unseren Schmerz lindert es ebenfalls nicht.
Rada war ein offener und herzlicher Mensch und hat uns mit Ihrer Art oft zum lachen gebracht. RADA wir werden dich niemals vergessen du fehlst uns schrecklich!
Januar 7, 2009 um 3:54
Deine gefühle sind mir bewusst. Musste es im Jahr 2008, zwei mal miterleben.
Ich hoffe trotzdem das du es gut verkraften wirst
Kopf hoch, schwer wird es sein. Das bestreitet auch keiner. Aber lass den Kopf nicht unten .
Mein Beileid
mfg
toni
Oktober 18, 2009 um 9:00
Ich habe auf meinen Youtube Profil zwei glaube mi den Lezten Videos von Christian bei dem Was ihm immer viel spass gemacht hat!
http://www.youtube.com/watch?v=7o-na9yFwK4
http://www.youtube.com/watch?v=joAXKMcrPzQ